Echsen, Schlangen, Spinnen – exotische Haustiere
Ob Schlangen, Spinnen oder Leguane: Während der vergangenen Jahre haben immer mehr exotische Tiere Einzug in heimische Wohn- und Kinderzimmer gehalten. Ihre Haltung ist aber nicht immer einfach.
Während man beim Stichwort "Haustiere" früher allenfalls an Hunde, Katzen, Kaninchen oder Wellensittiche gedacht hat, interessieren sich heutzutage immer mehr Menschen für exotische Tiere. Vogelspinnen, Schlangen und Echsen finden sich zunehmend in deutschen Zoohandlungen und Wohnzimmern. Was viele reizt, ist der "Exotik-Faktor": Ein Tier, das nicht jeder hat, zieht mit Sicherheit Aufmerksamkeit auf sich. Ein Meerschweinchen oder einen Goldfisch kennt jeder, aber wer hat schon einmal Erfahrungen mit einem Sugarglider oder einem Rotkehlanolis gemacht?
Leider vergisst manch einer dabei, dass Exoten häufig aus anderen Breiten stammen und in der Haltung sehr anspruchsvoll sind. Häufig müssen Lebensbedingungen mit Heizungen, Lampen und ähnlichen Gerätschaften simuliert werden, und auch die Ernährung vieler Tiere ist alles andere als unkompliziert. Ohne entsprechendes Fachwissen sollte daher von einer Anschaffung abgesehen werden, damit die Tiere nicht unnötig unter der Unwissenheit ihres Halters leiden müssen. Nicht selten enden auch Exoten im Tierheim oder in der Obhut anderer Tierfreunde, weil ihre Besitzer nicht mit ihren Ansprüchen fertig wurden.
Dennoch ist grundsätzlich nicht von der Haltung exotischer Tiere abzuraten. Voraussetzung ist jedoch das entsprechende Fachwissen über den Lebensraum und die Ernährungsweise der jeweiligen Spezies. Nur wer sich ausführlich informiert und bereit ist, den Tieren eine artgerechte Haltung zu gewähren, auch wenn dies kostspielig und aufwendig ist, sollte sich Exoten anschaffen. Häufig ist hier ein Gespräch mit einem Fachhändler oder Züchter ratsam, da dieser sich genau auskennt und feststellen kann, ob ein Interessent als potenzieller Exotenhalter geeignet ist und wenn ja, welche Tiere für ihn in Frage kommen. Der Züchter ist auch der erste Ansprechpartner, wenn das Terrarium und das entsprechende Zubehör bereits vorhanden sind und man sich nun den oder die Exoten selbst anschaffen will. Von Wildfängen, wie man sie teilweise angeboten bekommt, sollte man grundsätzlich Abstand nehmen, da wilde Tiere nicht ins Wohnzimmer gehören. Fachgerecht aufgezogene und gehaltene Nachzuchten erfüllen ebenso ihren Zweck, wenn es denn unbedingt ein exotischer Hausgenosse sein soll. Mit etwas Erfahrung und Glück kann man sich vielleicht eines Tages selbst zu den Züchtern zählen und sein Fachwissen an andere Freunde von exotischen Haustieren weitergeben, um mehr Tieren ein artgerechtes und glückliches Leben zu ermöglichen.