Der Regenwald: Tiere und Pflanzen in Hülle und Fülle
Er unterscheidet sich massiv von einem normalen Wald. Jeder kennt ihn von Bildern und aus Geschichten, aber die wenigsten Leute, abgesehen von den Einwohnern der jeweiligen Länder, haben je einen Regenwald betreten.
Man weiß, dass in keiner Region der ganzen Welt eine derartige Artenvielfalt zu finden ist, wie in den Regenwäldern. Dies gilt sowohl für Tiere als auch für Pflanzen. Tatsächlich sind bis heute immer noch viele Spezies, die in diesen Wäldern leben, nicht bekannt, geschweige denn erforscht. Laut Schätzungen sind etwa 40 bis 60 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten in den Regenwäldern zu Hause, obwohl diese nur einen sehr kleinen Teil der Landmassen bedecken.
Auf drei der sechs Kontinente gibt es Regenwald und gemeinsam haben sie alle diese Artenvielfalt. Jedoch beherbergt jeder zum Teil andere Tiere, d. h., in einem Regenwald findet man Tiere und/oder Pflanzen, die man in den anderen nicht antrifft. Selbstverständlich existieren aber auch Arten, die auf allen drei Kontinenten gleichermaßen anzutreffen sind. Eine Gemeinsamkeit ist zum Beispiel die, dass jeder Regenwald in sogenannte Stockwerke gegliedert ist und jedes "Stockwerk" beherbergt verschiedene Pflanzen und Tiere. So befinden sich etwa im höchsten Stockwerk, 40 bis 60 m Höhe, in der Regel große Raubvögel, aber auch manche, kleinere Säugetiere sind hier zu finden, die den Raubvögeln häufig sozusagen als Beute dienen. Ein bis zwei Stockwerke tiefer sind Affen und kleinere Vögel - verschiedenste Papageienarten z. B. - zu Hause, aber auch bestimmte Froscharten, die ihr ganzes Leben in den Bäumen verbringen. Auf dem Boden trifft man wiederum andere Tierarten: beispielsweise große Säugetiere und auch Raubkatzen. Den größten Teil der Tierwelt im Regenwald machen aber weder Vögel oder Affen noch Frösche aus, sondern die Familie der Arthropoden (Gliederfüßer). Hierzu zählen fast alle Arten der Krebstiere, Insekten, Spinnentiere und Tausendfüßer. Sehr viele Arten dieser Gliederfüßer sind bis heute nicht erforscht und es werden ständig neue entdeckt.
Durch die genaue Spezialisierung der einzelnen Tierarten - oft sogar auf genau eine Baumart als Lebensraum oder eine Pflanze als Nahrung - ist es überhaupt erst möglich, dass hier so viele verschiedene Arten existieren. Trotz dieser enormen Vielfalt ist es aber recht unwahrscheinlich, größere Tiere anzutreffen, wenn man in einem Regenwald unterwegs ist. Erstens haben sich viele Arten ihr Äußeres so exakt an die Umgebung angepasst, dass man sie kaum erkennt, und zweitens lassen alle anderen Tiere sich kaum blicken.
Der Grund, dass in diesen Regionen der Erde so extrem viele Arten leben, ist schlicht der, dass hier die perfekten Bedingungen herrschen: Es regnet sehr viel, ist immer warm und es gibt viel Nahrung.